Eine private Krankenversicherung können nicht alle abschließen, da es für einen Abschluss bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen gibt. Arbeitnehmer, deren Brutto-Monatseinkommen das dritte Jahr in Folge 5062,50 Euro (Stand 2019) überschreitet und somit die Pflichtversicherungsgrenze, können sich privat krankenversichern.

Außerdem haben Selbstständige, Freiberufler und Künstler die Möglichkeit diese Versicherungsart zu nutzen. Dabei ist die Höhe des Einkommens nicht entscheidend. Auch Beamte und andere Beihilfeberechtigte, wie zum Beispiel Richter, Landtags- und Bundestagsabgeordnete, haben die Möglichkeit eine private Krankenversicherung abzuschließen.

Wie bei der gesetzlichen werden auch bei der privaten Krankenversicherung 50% der Arbeitnehmerbeiträge vom Arbeitgeber bezahlt. Dies gilt bis zum Höchstsatz der gesetzlichen Kassen. Neben der Absicherung der Krankheitskosten, die je nach gewähltem Tarif vom günstigen Grundschutz bis hin zum weltweiten Top-Schutz reichen, kann der Arbeitnehmer auch ein Krankentagegeld abschließen. Das Krankentagegeld springt nach der sechswöchigen Lohnfortzahlung des Arbeitgebers ein und sichert dem Arbeitnehmer sein gewohntes Einkommen.

Auch Selbstständige, Freiberufler und Künstler haben die Möglichkeit, eine private Krankenversicherung abzuschließen. Dabei ist die Höhe des Einkommens nicht relevant. Da diese Berufsgruppe auf eigene Rechnung arbeitet und im Krankheitsfall kein Einkommen mehr zur Verfügung steht, ist hierbei eine Krankentage-Versicherung besonders ratsam. Die Höhe des Krankentagegelds kann individuell nach den persönlichen Bedürfnissen angepasst werden.

Für Beamte, Richter oder Abgeordnete ist die private Krankenversicherung die einzig sinnvolle Alternative. Der Bund oder das Land als Dienstherr dieser Gruppe erstattet einen Teil der Krankheitskosten für diese Personen und deren direkte Angehörige.

Je nach Art der Kosten werden zwischen 50 und 80 Prozent der Kosten erstattet. Lediglich der Restbetrag muss noch abgesichert werden. Für Beihilfeberechtigte kommt die private Krankenversicherung vor allem in Frage, da gesetzlich Versicherte Beamte vom Dienstherrn keinen Arbeitgeberanteil erhalten.

Die private Krankenversicherung hat ein erheblich umfangreiches Leistungsspektrum als die gesetzlichen Krankenkassen. Der Versicherungsnehmer kann den Leistungsumfang durch die Wahl des Tarifs selber entscheiden. Ein großer Vorteil der privaten Krankenversicherung ist die bevorzugte Behandlung durch die niedergelassenen Ärzte und Zahnärzte.

Dies beruht darauf, dass die Privatversicherer in der Regel einen deutlich höheren Satz für medizinische Leistungen als die gesetzlichen Kassen erstatten.

Des Weiteren stehen dem Versicherten, je nach gewähltem Tarif, bei den ambulanten Leistungen viele Vorteile zur Verfügung. Als erstes ist hierbei die freie Arztwahl, kurze Wartezeiten, neuste Behandlungsmethoden, Zuzahlungsfreiheit bei allen Medikamenten zu nennen.

Des Weiteren benötigen die Versicherten beim Arztwechsel keine Überweisung und auch bei Brillen und Brillengestellen gibt es eine Kostenerstattung. Diese Vorteile haben europa- oder weltweite Gültigkeit.
Bei der stationären Behandlung können die Privatversicherten auf Chefarztbehandlung und die Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer setzen. Auch die freie Wahl des Krankenhauses und das Krankenhaustagegeld können zum Leistungsumfang gehören.

Bei der zahnärztlichen Behandlung werden die Kosten bis zu 100 Prozent erstattet. Die Leistungen bei der Lohnfortzahlung entsprechen dem vereinbarten Satz der Krankentagegeldversicherung, bis zum vollen Nettoeinkommen.

Der Wechsel von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung ist nicht so einfach, da der Gesetzgeber vermeiden will, dass die jungen Versicherten in den Anfangsjahren von den niedrigen Beitragssätzen der privaten Krankenversicherung profitieren und im Alter in die Gesetzliche zurückkehren. Eine Rückkehr ist nur möglich, wenn das Einkommen wieder dauerhaft unter die Versicherungspflichtgrenze sinkt.