Bereits vor einigen Jahren konnte die Uni Leipzig eine ausführliche Untersuchung der „schlichten Notwendigkeit“ einer privaten Altersvorsorge durchführen. Schon damals konnten mit dem fertigen Arbeitsbericht die Probleme der Rentenpolitik klar und deutlich definiert werden. In der heutigen Zeit treffen die gemachten Prognosen allerdings noch stärker zu denn je. So kann gesagt werden, dass der bereits vorzufindende und noch folgende demographische Wandel eine grundlegende Stärkung der Altersvorsorge fordert. Allerdings kann auch gesagt werden, dass schon jetzt viel zu viel kostbare Zeit verloren gegangen ist.

Der Direktor des Mannheimer Forschungsinstitutes für Ökonomie und Demographischer Wandel (Börsch-Supan) behauptete bereits im Jahr 2000, dass in Anbetracht des bevorstehenden demographischen Wandels die private Altersvorsorge eine „schlichte Notwendigkeit“ ist. Dies bedeutet zum einen, dass die gesetzliche Rentenversicherung in Zukunft nicht mehr zur Gewährleistung einer einheitlichen Altersvorsorge ausreichen wird und zum anderen, dass dieses Defizit durch eine private, kapitalgedeckte Altersvorsorge ausgeglichen werden.

Nicht nur Forscher scheinen sich diesem Thema gegenüber zu stellen, sondern auch die Politik ist sich der Notwendigkeit einer privaten Altersvorsorge bewusst. Als Beweise dazu dienen unter anderem die Einführungen der staatlich geförderten, privaten, kapitalgedeckten Eigenvorsorgemaßnahmen, wie etwa die Riester– oder Rürup-Rente.

Private Rentenversicherung zur finanziellen Absicherung im Alter

In Anbetracht der vielfältigen Meinungen und Prognosen zur gesetzlichen Rentenversicherung ist die private Altersvorsorge kein unbeschriebenes Blatt mehr. Ganz im Gegenteil. Bereits in den Jahren 2018 und 2019 haben statistische Werte des Institutes für Demoskopie Allensbach ergeben, dass von mehr als 21000 Befragten 65% Interesse an einer privaten Altersvorsorge zeigen. Eine Forsa Studie aus dem Jahr 2018 ergab zudem, dass 68% von 500 Befragten eine private Altersvorsorge als Notwendigkeit sehen. Somit kann stark davon ausgegangen werden, dass auch die Verbraucher die Probleme der Rentenpolitik für sich heraus kristallisiert haben und die Möglichkeiten der privaten Vorsorge zu schätzen wissen.

Im Gegensatz dazu ist eine nachfolgend genannte Umfrage jedoch recht unverständlich. So fand das Ifak Institut, Marplan; Media Markt Analysen in einer „Verbrauchs- und Medienanalyse 2010“ heraus, dass von 23165 Befragten gerade einmal 1% mit Sicherheit ihre Altersvorsorge aufstocken wollen oder einen Neuabschluss planen (innerhalb der nächsten 2 Jahre), 6% der Befragten antworteten mit vielleicht und 14% gaben keine Angaben. 79% aller Befragten antworteten demzufolge mit einem klaren nein.

Weshalb diese eindeutige Überzeugung der Verbraucher so stark dominiert kann an dieser Stelle nicht ausgemacht werden, doch es lässt sich vermuten, dass es an unzureichender Aufklärung über die einzelnen Absicherungsvarianten liegt. Denn hiervon gibt es sowohl im Versicherungs- wie auch im Bankengeschäft ausreichend. Teilweise sind diese jedoch mit unüberschaubaren Regelungen und Gesetzen versehen, welche es insbesondere dem Verbraucher schwierig machen, eine für sich passende Vorsorgeleistung zu finden.

Möglichkeiten der privaten Vorsorge

Neben der einfachen, privaten, kapitalgeckten Rentenversicherung, welche für viele noch recht flexibel anzusehen ist, gibt es zusätzlich die Riester- oder Rürup Rente. Ebenso können aber auch Lebensversicherungen als Altersvorsorge eingesetzt werden. Hier gibt es allerdings zahlreiche Gesetze und Regelungen der Versicherer die den Willen der Verbraucher in Kürze schwächen könnten. An dieser Stelle müssen verständliche Informationsmaterialien für eine Aufbesserung des Verständnisses seitens der Versicherungsnehmer und zudem für eine Aufstockung des Wissens der Versicherungsvermittler zur besseren Beratung her. Denn trotz der teilweisen Undurchsichtigkeit gilt die private Altersvorsorge als Sicherung des Lebensstandards im höheren Alter, welche in keiner Weise unberücksichtigt bleiben sollte.

 

 

Autor: http://www.contentworld.com/authors/profile/2017/